Prozession

DER LEIDENSWEG JESUS
  CHRISTUS IN JERUSALEM




Kreuzweg Jesu
HomE  |  FAQ


Ein Kreuzweg stellt Stationen dar,
die von Jesu Verurteilung zum Tod
bis zur Grablegung
und seiner Auferstehung berichten.

Via Dolorosa ist jene Straße,
die vom Amtssitz des römischen
Statthalters Pontius Pilatus
zur Hinrichtungsstätte Jesus
hin auf dem Berg Golgota führte.

Aus dem Brauch der Pilger
diesen Leidensweg in Jerusalem
nachzugehen, und nachdem dies
durch den Verlust Palästinas
fast unmöglich wurde,
entstanden im Mittelalter
Kreuzwege auch hier in Europa.

Erste Kreuzwege in Deutschland
um 1500 in Lübeck, Görlitz,
Nürnberg, Homburg und Bamberg.
Während einer Wallfahrt
nach Jerusalem wurde die exakte
Anzahl der Schritte notiert
und dann hierher übertragen.

Immer mehr rückten die Bildtafeln
in den Fokus jener, die an Ostern,
Jesus näher kommen wollten.
Aus ursprünglich zwei,
wurden sieben Stationen
und im Lauf der Jahrhunderte
bis zu fünfzehn.

Heute sind die Sieben Fußfälle
fester Bestandteil katholischer
Kirchenräume, gestaltet von Bild-
hauern und modernen Künstlern.


KREUZWEGE

Kreuzweg: Jesus wird zum Tode verurteilt
1. Jesus wird zum Tode verurteilt

Kreuzweg: Jesus nimmt das Kreuz auf, und fällt das erste Mal
2. Jesus nimmt das Kreuz auf
3. Er bricht unter der Last

Kreuzweg: Jesus begegnet Maria, und Simon von Cyrene hilft Jesu das Kreuz zu tragen
4. Begegnet seiner Mutter Maria
5. Simon von Cyrene hilft ihm

Kreuzweg: Veronika reicht dem leidenden Jesus das Schweißtuch, und Jesus fällt zum zweiten Mal
6. Veronika reicht ihm ein Tuch
7. Jesus fällt zum zweiten Mal

Kreuzweg: Jesus tröstet die weinenden Frauen, und Jesus bricht zum dritte Mal zusammen
8. Tröstet die weinenden Frauen
9. Jesus fällt zum dritten Mal

Kreuzweg: Jesus wird auf Golgatha entkleidet, und wird an's Kreuz genagelt
10. Entkleidet auf Golgatha
11. Schergen nageln ihn an's Kreuz

Kreuzweg: Jesus gibt sein Leben für uns
12. Gottes Sohn gibt sein Leben hin

Kreuzweg: Jesus wird vom Kreuz genommen, und wird beweint
13. Er wird vom Kreuz genommen
14. Beweint und in's Grab gelegt

Kreuzweg: Jesus' Auferstehung
15. Auferstanden von den Toten

Kreuzwegstation in der Kirche
Maria am Hauch 1983 von Peter
Recker aus Eichstätt als Mosaik

Kirche und Architektur




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Kreuzweg: Jesus, auferstanden von den Toten
15 - Der Auferstandene .Bronze von Anita Rist-Geiger

Via Dolorosa

Kreuzweg
Tariq al-Alam


Kreuzweg: Jesus wird zum Tod verurteilt
1 - Das Urteil .Öl auf Leinwand 1985 Curd Lessig

Kreuzweg: Jesus nimmt das Kreuz auf
2 - Das Kreuz .Farbtafeln 1943 von Albert Burkart

Kreuzweg: Jesus bricht unter der Last des Kreuzes
3 - Der Fall .Kreuzwegzyklus 1966 Sepp Biehler

Kreuzweg: Jesus begegnet Maria
4 - Die Mutter .Keramiken 1957 von Alfred Heller

Kreuzweg: Simon von Cyrene hilft Jesus
5 - Der Helfer. Kreuzwegstationen als Glasfenster
der berühmt gewordenen St. Maria Goldscheuer

Kreuzweg: Veronika reicht ein Tuch
6 - Die Helferin. Selbstgefertigte Stoffpuppen?

Kreuzweg: Jesus bricht unter der Last des Kreuzes zusammen
7 - Der Zusammenbruch .Historischer Kreuzweg

Kreuzweg: Jesus tröstet die weinenden Frauen
8 - Der Trost .Bronzerelief Kreuzweg

Kreuzweg: Jesus bricht zum dritte Mal zusammen
9 - Der 3. Fall .Von Schülern gestalteter Kreuzweg

Kreuzweg: Jesus wird seiner Kleider beraubt
10 - Der Beraubte .Kreuzweg in Farbglas gestaltet

Kreuzweg: Jesus wird hingerichtet
11 - Die Hinrichtung .Geschnitzte Holzfiguren

Kreuzweg: Jesus wird gekreuzigt
12 - Gekreuzigter .Bronzerelief 1968 Frido Lehr

Kreuzweg: Jesus wird gekreuzigt
13 - Der Hingerichtete .Relief von Lucas Gastl

Kreuzweg: Jesus wird begraben
14 - Der Begrabene .Kreuzweg aus Wachsfiguren

Kreuzweg: Entstehung und Geschichte

Ein heutiger Kreuzweg besteht meist aus 14+ Stationen, die von Jesu's Verurteilung zum Tod, seiner Kreuzigung bis zur Grablegung und seiner Auferstehung berichten.
Die Darstellungen finden meist in Bildern oder Reliefs ihren Ausdruck. In den letzten Jahrzehnten sind durch die Beauftragung moderner Künstler auch sehr abstrakte Interpretationen entstanden.

Laut den Leitlinien für den Bau und die Ausgestaltung von gottesdienst- lichen Räumen der Deutschen Bischofskonferenz wird für jeden Kirchen- raum ein Kreuzweg empfohlen, es ist zudem dafür zu sorgen, daß man ihn auch tatsächlich gehen kann.

Man erinnert so vor allem während der Osterzeit bzw. am Karfreitag an die Leiden Jesu's.



Anamnese: Die Vergegenwärtigung

Jesu's Leidensweg in Jerusalem führte vom Amtssitz des römischen Stadthalters Pontius Pilatus zur Hinrichtungsstätte auf dem Berg Golgota.
Was genau sich ereignet hatte, kann man in der Bibel nachlesen:

Ein Brauch der frühen Jerusalem-Pilger war es diesen Weg nachzugehen um Jesus besonders nahe zu sein. Zunächst aber nur vom Ort der Verurteilung bis zum Ort der Hinrichtung - ohne dazwischenliegende, definierte Stationen. Der exakte Verlauf ist und bleibt unbekannt und änderte sich im Lauf der Geschichte immer wieder.

Nachdem Palästina, das bisher zum Oströmischen Reich gehört hatte, um 637 im Zuge der islamischen Expansion von den Arabern eingenommen wurde drohte, scheinbar, der Verlust dieser heiligen Stätten.
Um 1095 rief Papst Urban II. deshalb zur Befreiung Jerusalems auf und gab damit den Startschuß zu mehreren Kreuzzügen. Diese bewaffneten Pilgerreisen, bei denen auch Abläße gewährt wurden, endeten 200 Jahre später.


Als die Franziskaner im 14. Jhd. die Betreuung der Pilger übernommen hatten belebten sie die Tradition wieder und führten auf der Via Dolorosa Prozessionen durch um das Leiden und Sterben Jesu's den Gläubigen möglichst plastisch vor Augen zu führen.
(Diese werden noch heute, jeden Freitag um 3 Uhr, durchgeführt.)

Da eine Pilgerreise nicht einfach durchzuführen war entstanden um 1500 erste Kreuzwege in Deutschland. Meist ein wirklicher Weg auf einen Berg hinauf, der von den bildlichen Darstellungen der Stationen gesäumt wurde. Mitunter wurde auch ein richtiges Holzkreuz mitgetragen.

Beispiel Lübeck: Hinrich Constin, ein reicher Kaufmann und Ratsherr hatte seine Frau in den Tod getrieben und es nachher bitterlich bereut. Er pilgerte also in's gelobte Land, um Buße zu tun und seinen Seelenfrieden wiederzufinden. Nach sein Rückkehr finanzierte er 1468 einen Kreuzweg mit sieben Sationen im Abstand von 1650 Metern, den er selbst vermessen hatte!

Um 1700 begann man Kreuzwegstation an den Innenwänden der Kirchen darzustellen - aus dem gegangenen Weg wurde eine Andacht.

Der Franziskaner Leonhard von Porto Maurizio (1676 -1751) setzte sich damals besonders für diese Form der Andachts ein: Er predigte in ganz Italien und errichtete als Volksmissionar über 570 Kreuzwege.

Damals entstanden auch die der Volksfrömmigkeit zugeschriebenen Stationen: Das dreifache Zusammenbrechen Jesu, die Begegnung mit seiner Mutter, Veronika mit dem Schweißtuch und Jesu's Leichnam im Schoß seiner Mutter.
Es war also schon damals legitim das eigene Leben und Erleben mit
dem Leidensweg Jesu's zu verknüpfen.

Bedeutung des Kreuzwegs

Der Sinn des Kreuzweges ist zum einen, das Leiden Jesu's anschaulich mitzuerleben - zum anderen kann man dabei den eigenen, manchmal leidvollen, Lebensweg als eine Form der Christusnachfolge begreifen:
Schmerz, Not, Grenzerfahrungen auf einem steinigen, unebenen, kurvigen und anstrengenden Weg.
Die Person Jesu wird heute immer öfter mit den Menschen der 3. Welt identifiziert, die unter ungerechten sozialen oder politischen Verhältnissen leiden.
Der Kreuzweg ist ein Zeichen der Hoffnung und zeigt uns einen Gott der uns liebt, der mit uns durch die Dunkelheit bis an's Licht geht.
Der Weg endet nicht im Tod, sondern in der Auferstehung.
Diese Auferstehung Jesus ist der Sieg Gottes über die weltliche Macht.

Leib und Blut des Herrn

Die Bedeutung des Kreuzweges spiegelt sich auch wieder in der Be- deutung der Eucharistie, einem der Höhepunkte christlichen Lebens.

Dieses letzte Abendmahl hat seinen Ursprung im Pascha-Mahl, welches von Moses kurz vor dem Auszug der Juden aus Ägypten angeordnet wurde - auch hier ein beschwerlicher Weg an dessen Ende der Sieg über eine weltliche Herrschaft steht.

Die Eucharistie ist mehr als eine Erinnerung: Jesus bestimmt während des Abendmahls Brot und Wein zu seinem Leib und seinem Blut und macht sich dadurch selbst, symbolisch, zum Opfer(lamm).

Der Kreuzweg zeigt, nochmals, die selbe Selbstaufopferung. Diese Mal jedoch nicht symbolisch, sondern sehr real und sehr konsequent.

Beide Ereignisse verdeutlichen die Absicht Jesu's das Vertrauen in Gott über alles andere zu stellen um das Böse zu besiegen und durch Liebe zu ersetzen.

Kreuzweg  am Obergaden
Bad Rappenau: Obergadenwand mit Kreuzwegstationen in Sgraffito-Technik 1930 Franz Xaver Hemmerle