VIA DOLOROSA DER LEIDENSWEG VON JESUS CHRISTUS IN JERUSALEM

  DER KREUZWEG

Der Kreuzweg stellt die Stationen dar, die von Jesu's
Verurteilung zum Tod bis zur Grablegung und seiner
Auferstehung berichten.
Aus dem Brauch der Pilger diesen Weg der Leiden in
Jerusalem nachzugehen und nachdem es durch den
Verlust Palästinas fast unmöglich wurde entstanden
im Mittelalter Kreuzwege auch hier in Europa.


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Kreuzweg: Jesus wird zum Tod verurteilt
1 - Das Urteil .Öl auf Leinwand 1985 Curd Lessig

Kreuzweg: Jesus nimmt das Kreuz auf
2 - Er nimmt das Kreuz .Farbtafeln 1943 Albert Burkart

Die Via Dolorosa ist jene Straße, die vom Amtssitz des
römischen Statthalters Pontius Pilatus zum Ort
der Kreuzigung auf den Berg Golgata hinaufführt.
Kreuzweg: Jesus bricht unter der Last des Kreuzes
3 - Der erste Fall .Kreuzwegzyklus 1966 Sepp Biehler

Kreuzweg: Jesus begegnet Maria
4 - Jesus begegnet Maria .Keramik 1957 Alfred Heller

Kreuzweg: Simon von Cyrene hilft Jesus
5 - Simon der Helfer. Kreuzwegstationen im Fenster der
berühmt gewordenen Kirche St. Maria in Goldscheuer

Kreuzweg: Veronika reicht ein Tuch
6 - Die Helferin. Selbstgefertigte Stoffpuppen?

Kreuzweg: Jesus bricht unter der Last des Kreuzes zusammen
7 - Zusammenbruch .Historischer Kreuzweg in Forst

Kreuzweg: Jesus tröstet die weinenden Frauen
8 - Trost für die Frauen .Relief aus Bronzeguss

Kreuzweg: Jesus bricht zum dritte Mal zusammen
9 - Der 3. Fall .Von Schülern gestalteter Kreuzweg

Kreuzweg: Jesus wird seiner Kleider beraubt
10 - Der Beraubte .Kreuzweg in Farbglas gestaltet

Kreuzweg: Jesus wird hingerichtet
11 - Die Hinrichtung .Geschnitzte Holzfiguren

Kreuzweg: Jesus wird gekreuzigt
12 - Gekreuzigter .Bronzerelief 1968 Frido Lehr

Kreuzweg: Jesus auf Golgata hingerichtet
13 - Der Hingerichtete .Relief von Lucas Gastl

Kreuzweg: Jesus wird begraben
14 - Der Begrabene .Kreuzweg aus Wachsfiguren

Kreuzweg: Jesus der Auferstandene
15 - Jesus der Auferstandene von Architekt Max Walter

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KREUZWEG

Kreuzweg: Entstehung und Geschichte

Ein Kreuzweg besteht heute meist aus 14+ Stationen, die von Jesu's Verurteilung zum Tod, der Kreuzigung, seiner Grablegung und Auferstehung berichten.
Die Darstellungen finden meist in Bildern oder Reliefs ihren Ausdruck. In den letzten Jahrzehnten sind durch die Beauftragung moderner Künstler sehr abstrakte Interpretationen entstanden.

Laut den Leitlinien für den Bau und die Ausgestaltung von gottesdienstlichen Räumen der Deutschen Bischofskonferenz wird für jeden Kirchenraum ein Kreuzweg empfohlen, es ist zudem dafür zu sorgen, daß man ihn auch tatsächlich gehen kann.

Man erinnert so vor allem während der Osterzeit bzw. am Karfreitag an die Leiden Jesu's.

Anamnese: Die Vergegenwärtigung

Jesu's Leidensweg in Jerusalem führte vom Amtssitz des römischen Stadthalters Pontius Pilatus zur Hinrichtungsstätte auf dem Berg Golgota.
Was genau sich ereignet hatte, kann man in der Bibel nachlesen:

Ein Brauch der frühen Jerusalem-Pilger war es diesen Weg nachzugehen um Jesus besonders nahe zu sein. Zunächst aber nur vom Ort der Verurteilung bis zum Ort der Hinrichtung ohne dazwischenliegende, definierte Stationen. Der exakte Verlauf ist und bleibt unbekannt und änderte sich im Lauf der Geschichte immer wieder.

Nachdem Palästina, das bisher zum Oströmischen Reich gehört hatte, um 637 im Zuge der islamischen Expansion von den Arabern eingenommen wurde, drohte scheinbar der Verlust dieser heiligen Stätten.
Um 1095 rief Papst Urban II. deshalb zur Befreiung Jerusalems auf und gab damit den Startschuß zu mehreren Kreuzzügen. Diese bewaffneten Pilgerreisen, bei denen auch Abläße gewährt wurden, endeten erst 200 Jahre später.

Als die Franziskaner im 14. Jhd. die Betreuung der Pilger übernommen hatten belebten sie die Tradition wieder und führten auf der Via Dolorosa Prozessionen durch um das Leiden und Sterben Jesu's den Gläubigen möglichst plastisch vor Augen zu führen.
(Diese werden noch heute, jeden Freitag um 3 Uhr, durchgeführt.)

Kreuzweg in Rippberg
Kreuzweg von der Künstlerin Eleonore Friedrich-Gronau gefertigt im Benediktinerkloster in Münsterschwarzach.

Da eine Pilgerreise nicht einfach durchzuführen war entstanden um 1500 erste Kreuzwege in Deutschland. Meist ein wirklicher Weg auf einen Berg hinauf, der von den bildlichen Darstellungen der Stationen gesäumt wurde. Mitunter wurde auch ein richtiges Holzkreuz mitgetragen.

Beispiel Lübeck: Hinrich Constin, ein reicher Kaufmann und Ratsherr hatte seine Frau in den Tod getrieben und es nachher bitterlich bereut. Er pilgerte also in's gelobte Land, um Buße zu tun und seinen Seelenfrieden wiederzufinden. Nach sein Rückkehr finanzierte er 1468 einen Kreuzweg mit sieben Sationen im Abstand von 1650 Metern, den er selbst vermessen hatte!

Um 1700 begann man Kreuzwegstation an den Innenwänden der Kirchen darzustellen und aus dem gegangenen Weg wurde eine Andacht.

Der Franziskaner Leonhard von Porto Maurizio (1676 -1751) setzte sich damals besonders für diese Form der Andachts ein: Er predigte in ganz Italien und errichtete als Volksmissionar über 570 Kreuzwege.

Damals entstanden auch die der Volksfrömmigkeit zugeschriebenen Stationen: Das dreifache Zusammenbrechen Jesu, die Begegnung mit seiner Mutter, Veronika mit dem Schweißtuch und Jesu's Leichnam im Schoß seiner Mutter.
Es war also schon damals legitim das eigene Leben und Erleben mit dem Leidensweg Jesu's zu verknüpfen.

Der Kreuzweg Jesu' in Rottenburg
Kreuzweg im Dom St. Martin der Kathedralkirche zu Rottenburg 2011 geschaffen von Thomas Torckler.

Bedeutung des Kreuzwegs

Der Sinn des Kreuzweges ist zum einen, das Leiden Jesu's anschaulich mitzuerleben - zum anderen kann man dabei den eigenen, manchmal leidvollen, Lebensweg als eine Form der Christusnachfolge begreifen:
Schmerz, Not, Grenzerfahrungen auf einem steinigen, unebenen, kurvigen und anstrengenden Weg.
Die Person Jesu wird heute immer öfter mit den Menschen der 3. Welt identifiziert, die unter ungerechten sozialen oder politischen Verhältnissen leiden.
Der Kreuzweg ist ein Zeichen der Hoffnung und zeigt uns einen Gott der uns liebt, der mit uns durch die Dunkelheit bis an's Licht geht.
Der Weg endet nicht im Tod, sondern in der Auferstehung.
Diese Auferstehung Jesus ist der Sieg Gottes über die weltliche Macht.

Der Kreuzweg Jesu' in Donaueschingen
Kreuzweg Jesu's 1977 geschaffen durch Udo Körner.

Leib und Blut des Herrn

Die Bedeutung des Kreuzweges spiegelt sich auch wieder in der Be- deutung der Eucharistie, einem der Höhepunkte christlichen Lebens.

Dieses letzte Abendmahl hat seinen Ursprung im Pascha-Mahl, welches von Moses kurz vor dem Auszug der Juden aus Ägypten angeordnet wurde - auch hier ein beschwerlicher Weg an dessen Ende der Sieg über eine weltliche Herrschaft steht.

Die Eucharistie ist mehr als eine Erinnerung: Jesus bestimmt während des Abendmahls Brot und Wein zu seinem Leib und seinem Blut und macht sich dadurch selbst, symbolisch, zum Opfer(lamm).

Der Kreuzweg zeigt, nochmals, die selbe Selbstaufopferung. Diese Mal jedoch nicht symbolisch, sondern sehr real und sehr konsequent.

Beide Ereignisse verdeutlichen die Absicht Jesu's das Vertrauen in Gott über alles andere zu stellen um das Böse zu besiegen und durch Liebe zu ersetzen.







ToP





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Kreuzweg der Kirche St. Pius Haunstetten
Keramikkacheln von Schwester Regina Holzhauser